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Die Roy Orbison "Eagle" Gitarre, eine Sonderanfertigung von
JayDee (John Diggins)

"Im Jahr 1975 arbeitete ich zusammen mit John Birch und war sehr eingebunden in die einzigartigen Designs der "Glam Rock" Area. Anfang des Jahres kam Roy Orbison in die Odeon Street in Birmingham. Sein damaliger Gitarrist, Allen Panter, hatte Probleme mit seinem eigenen Instrument, einer "Gold Top" Les Paul.Die Roy Orbison "Eagle" Gitarre von John Diggins

John Birch Guitars war zu dieser Zeit sehr bekannt für Reparaturen und Sonderanfertigungen. An einem Nachmittag stand Allen auf der Türschwelle und bat um unsere Hilfe. Er gab uns den Auftrag, seine Gitarrenstege zu prüfen und auszuwechseln, weil sie ein wenig uneben waren und deshalb die Saiten anschlugen.
  Wir erledigten das erfolgreich und dachten "Ein weiterer zufriedener Kunde"! Das bewahrheitete sich, und bevor wir uns versahen, kamen Roy und Allen erneut zu uns mit Roy's "Ovation", die nach Pflege und Überprüfung verlangte. Roy war ein wirklich bekannter Mann und es war ein Erlebnis für mich, ihm zu der Zeit zu begegnen. Danach wuchs mein Interesse seine Art Musik zu hören.

Ein ungleich größeres Erlebnis war es, zusammen an einem Tisch zu sitzen und seinen Ideen zu lauschen, wie eine für ihn angefertigte Gitarre aussehen sollte. Er lud John Birch und mich an diesem Abend ein in seine Suite im Albany Hotel in Smallbrook, Queensway. Ich hatte mich bewaffnet mit Stift und Schreibunterlage und war bereit mein bestes zu geben. Roy bevorzugte die Farbkombination Schwarz und Silber, aus unbekannten Gründen, und Silberne Adler als Einlegearbeiten. Er verlangte auch seinen Namen am 12. Bund und einen großen Adler auf dem Korpus als Einlegearbeit. Für das Design der Forderseite gab er mir freie Hand.

Ich verließ das Treffen mit dem Gefühl wirklich wichtig zu sein. Neben seiner Gitarre gab Roy noch weitere Sonderanfertigungen in Auftrag. Er wollte kleinere Gitarren anfertigen lassen für seine zwei jungen Söhne Roy Kelton und Wesley Alexander.
  Die Gitarren wurden sehr zügig fertig, weil ich die Möglichkeit hatte, ohne Unterbrechung daran zu arbeiten. Roy's Gitarre hatte eine geschwungene Decke und zwei spezielle Cutaway's. Die Cutaways bekamen Schnecken vergleichbar mit dem Kopf eines Violinhalses, aber anstatt sie zu schnitzen, legte ich silberne Streifen ein, die einen vergleichbaren Eindruck vermittelten.

Die kleineren Gitarren waren eine Telecaster in halber Größe und eine Strato in 3/4 Größe. Ich war stolz auf das Endergebnis, das zu dieser Zeit das Highlight meiner Karriere darstellte. Es endete aber nicht damit! Roy wollte, dass ich ihm seine Gitarre vor all seinen Fans auf der Bühne des Queen's Theatre in Hornburch, Essex, übergab. Es war gleichzeitig der Geburtstag von Roy Kelton, Roy's jüngstem Sohn, und deshalb bekam dieser auch seine kleine Telecaster übergeben.

Als ich Roy seine Gitarre übergab, schloß er sie vor all seinen Fans sofort an, prüfte zur Eingewöhnung die Bunde und spielte dann übergangslos "Pretty Woman". Großartig! Sie können kaum nachempfinden, wie ich mich in diesem Moment fühlte. Es war unglaublich!"

© John Diggins



Roy Orbison und Michelle Booth

Soweit bekannt ist, wurde Michelle Booth erst durch ihren Freund zu einem Verehrer von Roys Musik.

Im Jahr 1978 fiel die 15 jährige Michelle aus ungeklärter Ursache aus einem fahrenden Zug. Sie wurde über eine lange Strecke mitgeschleift und blieb dann bewusstlos auf den Gleisen liegen. Zu ihrem Unglück dauerte es dreizehn Stunden, bis sie zwar lebend, aber durch unzählige Knochenbrüche schwer verletzt gefunden wurde.
Roy Orbison und Michelle Booth
Im Krankenhaus fiel sie ins Koma und ihre Chancen zur Genesung standen schlecht. Es verging Monat um Monat, aber sie machte kaum Fortschritte. Ihre Familie spielte rund um die Uhr Songs von Roy an ihrem Krankenbett, mit der stillen Hoffnung, dass Michelle aus dem Koma erwachen würde - leider ohne Erfolg. Sie waren fast am Ende ihrer Kräfte, als ein Mitglied ihrer Familie auf die Idee kam, Roy persönlich zu kontaktieren.

Als Roy von Michelles Schicksal erfuhr, nahm er noch in seinem Hotelzimmer eine Kassette mit Genesungswünschen auf. Er erzählte ihr, dass er sich gerade selbst von seiner Herzoperation erholen würde und dass er ihr alles erdenklich Gute wünsche und dass sie sich so schnell wie möglich erholen solle. Auch machte er ihr ein Versprechen mit der Hoffnung, ihr Unterbewusstsein damit zu erreichen. Er versprach ihr, sein Ehrengast zu sein, wenn er das nächste Mal in ihrer Nähe ein Konzert geben würde. Roy schickte die Kassette so schnell wie möglich zu Michelles Familie und die spielte sie Nonstop an ihrem Krankenbett.

Was niemand mehr geglaubt hatte, geschah: Michelle erwachte aus dem Koma! Als Roy davon erfuhr, freute er sich riesig und löste sein Versprechen, nach einiger Zeit der Besserung von Michelle, bei seinem nächsten Konzert in ihrer Nähe ein. Auf dem Weg zum Konzert sagte Roy seinem Fahrer, er solle einen kleinen Umweg machen, da er noch etwas zu erledigen habe. Michelle staunte nicht schlecht, als es klingelte, sie die Tür öffnete und Roy vor ihr stand. (Könnt ihr euch vorstellen, wie sie sich gefühlt haben muss?) Dieses für Michelle unvergessliche Ereignis wurde auch auf Photos festgehalten.

Einige Jahre später kam es zu einem erneuten Treffen bei einem Radio Sender. Michelle ging es zu dieser Zeit bereits viel besser. In dem Interview erzählte sie, dass sie sich nach dem Erwachen aus ihrem Koma an viele Songs erinnern konnte, die sie zuvor noch nie bewusst gehört hatte (z.B. Harlem Woman).

Natürlich war für Michelle nach dem Unfall nichts mehr so wie vorher, aber dieser Abschnitt ihres Lebens hat Erinnerungen beschert, die ihr niemand mehr nehmen kann. Michelle ist heute, nach meinem Wissen, 43 Jahre alt und es geht ihr gut.

Hannes Bredow



Roy Orbison rettet Fan aus Midland das Leben!

Während sich Sonntag Nacht tausende Fans im Ector County Coliseum drängten um den Sänger Roy Orbison zu würdigen, befand sich auch eine unter ihnen, deren Hingabe über die Bewunderung seiner Hits hinausging.

Die aus Midland stammende Sona Elliot (41) sagt, dass sie Roy Orbison ihr Leben verdankt. Als damals 16 jährige Sona Johnson war sie 1956 mit ihrem ebenfalls 16 Jahre alten Begleiter auf dem Heimweg nach Kermit von einem Kinoabend in einer anderen Stadt. Sie warteten als Linksabbieger an der Highway-Abzweigung von Wink nach Kermit, als ein anderes Fahrzeug sie von hinten rammte und ca. 40 Meter wegschleuderte.

Das Auto explodierte, wie Mrs. Elliot letzte Woche betonte. Sie wurde vorübergehend bewusstlos, kam aber noch rechtzeitig zur Besinnung, um aus dem brennenden Fahrzeug zu kriechen. Auch wenn weitere Einzelheiten des Abends unklar sind, so erinnert sie sich aber an Roy Orbison, der ihr mit seiner Frau im Auto entgegenkam, das Klappverdeck seines Fahrzeugs entfernte und sich beeilte, sie damit vor den Flammen zu schützen.

Ihr Freund war unter dem Auto eingeklemmt. Wenn Orbison nicht angehalten und sie beschützt hätte, erklärte sie, hätte sie wohlmöglich versucht ihren Begleiter aus dem Fahrzeug zu holen. Wenn sie das gemacht hätte, wäre sie vermutlich in dem erneut explodierenden Auto mit ihm gestorben, betonte Sona.

Orbison wartete mit ihr bis der Krankenwagen eintraf und sie bemerkte auch Orbisons Frau, die ebenfalls dort blieb. "Ich kann mich lebhaft daran erinnern Claudette gesehen zu haben, als man mich zum Krankenwagen brachte. Sie begleitete ihn immer zu den Tanzveranstaltungen. Sie war eine hübsche Frau", sagte Sona Elliot.

In den Wochen nach dem Unfall, der ihren Freund das Lebens kostete, erholte sich Sona Elliot im Krankenhaus. Orbison und seine Frau Claudette schickten Schallplatten, Blumen und andere Geschenke zum Krankenhaus und fragten regelmäßig nach ihr. Claudette besuchte Mrs. Elliot ein paar Mal und "wir hielten den Kontakt einige Jahre", sagte sie.

Ein paar Jahre später verlor sie den Kontakt zu Orbison und seiner Frau und ihre Briefe kamen ungeöffnet zurück. Erst später erfuhr sie, dass der Sänger während des Briefwechsels das Land verlassen hatte. Das letzte Mal sah sie Orbison 1957, als sie wieder gesund war und der Sänger bei einem Tanzabend in Wink aufspielte.

Heute (1978) ist Sona Elliot verheiratet und Mutter, hat eine 21 jährige Tochter, einen 15 jährigen Sohn und arbeitet als Sprechstundenhilfe bei einem Arzt. Doch, ungeachtet der inzwischen vergangenen Jahre und der vielen Veränderungen in ihrem Leben seit dieser schrecklichen Nacht vor mehr als 20 Jahren, ist ihre Dankbarkeit gegenüber Roy Orbison unvermindert. "Ich weiß, dass ich ihm mein Leben verdanke", sagte sie. "So was vergisst man nie!"

© Elaine Stamper, Midland-Newspaper, Mai 1978
Übersetzung:  K.Weckmann



Die Party von 1956

Es war Herbst des Jahres 1956. Der 20jährige Roy Orbison war auf Tournee mit seiner Band, The Teen Kings, und sie freuten sich über die Popularität ihres von Sun Records veröffentlichten Hits "Ooby Dooby". Der Titel kam mehrfach in die Hitlisten und stieg bis auf Platz 59.

Judy Baker, Faron Young & Roy OrbisonSie waren bei Stars Inc. in Memphis unter Vertrag und teilten sich die Bühne mit anderen Sun Records Akteuren wie Carl Perkins, Johnny Cash und einigen Country Sängern. Darunter waren auch Johnny Horton, Sonny James und Faron Young. Faron war bei Capitol Records unter Vertrag und hatte kurz vorher seinen ersten Nr. 1 Country-Hit mit Joe Allisons "Live Fast, Love Hard, Die Young".

Es ist nicht ganz sicher, wann diese Aufnahme entstanden ist. Möglicherweise war es im September 1956 oder kurz davor oder danach - auf jeden Fall ist anzunehmen, dass die Party nach einer gemeinsamen Show von Roy und Faron stattfand. Einige Quellen weisen als Ort Corpus Christy, Texas, aus. Ganz sicher ist, dass Judy Baker es mit einem privaten Tonbandgerät und Handmikrofon aufgenommen hat.

Judy war Country Music Hostess - aber sonst wissen wir nicht viel über sie. Geboren 1924, gestorben im Februar 2000 und jetzt begraben in Goodlettsville, im Davidson County in Tennessee/USA. Das Tonband blieb über die Jahre in ihrem Besitz und wurde erst nach ihrem Tod entdeckt. In der Nacht, in der die Gitarre zwischen Roy und Faron wechselte, wurden auch einige Fotos gemacht.

Judy Baker & Roy OrbisonElvis war Roys Lieblingssänger, wie auch umgekehrt. Roy hatte einige Shows von Elvis in Texas gesehen und sie hatten sich im Juni 1956 in der "Overton Park Shell" in Memphis getroffen. Beide, Roy und Faron, sangen bei der Party hauptsächlich Songs von Elvis - Roy allerdings auch ein paar von Little Richards Liedern und Roys erste Aufnahme "Hey Miss Fanny", ein Hit von "The Clovers" einige Jahre vorher.

Die Bedeutung dieser Aufnahme ist enorm. Roy Orbison Fans zeigt sie einen Einblick in seine frühen Jahre, wie er lässig und entspannt Songs singt, die man ihn nie zuvor hat singen hören - und wir wissen, wie sich ein richtiger Fan fühlt, wenn er so was zu hören bekommt. Für Elvis Fans bedeutet es die Entdeckung neuer Versionen, gesungen von Elvis' Lieblingssänger. Wie man es auch sieht - es ist ein Stück früher Geschichte, das nicht verloren gehen sollte.

Das Tonband enthält von Roy Orbison die Songs:

"Miss Fanny", "Marylou", "You're My Baby", "Slippin' And A Slidin'", "Ready Teddy", "Hound Dog", "Don't Be Cruel", "Lawdy Miss Clawdy", "That's All Right Mama", "I Want You, I Need You, I Love You" und "I Was The One".

Von Faron Young sind folgende Songs zu hören:

"Mrs.Brown", "Honky Tonky Man", "Heartbreak Hotel", "Blue Suede Shoes", "Good Rocking Tonight", "Hound Dog", "Tutti Frutti" und "I Walk The Line".

©  David Banner / Jean Aengeveld
Übersetzung:  K.Weckmann


Stand: 11. Mai 2009